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Pilzverein Rehna
Aktuell

Aktuell (220)

Die aktuellen Nachrichten vom Pilzverein Rehna

Mittwoch, 30 Mai 2018 07:04

Rehnaer Pilzverein den Morcheln auf der Spur !

geschrieben von

„Morchelsüchtige“ eröffnen Freiluftsaison am Schweriner See
Rehna – Wiligrad. Um es mal gleich vorwegzunehmen. Es war eine der schönsten Morchelwanderungen die wir jemals erlebt haben. Es stimmte einfach alles und auch das altbekannte Gesetz bewahrheitete sich. Viele Pilzsammler, wenig Morcheln; wenig Pilzsammler, viele Morcheln! Wir waren wenig Pilzsammler am vergangenen Sonnabend……alles klar!

Im Wonnemonat Mai blüht er leuchtend gelb, der Löwenzahn. Und wenn der Löwenzahn die heimatlichen Wiesen und Weiden in ein sattes Gelb taucht, dann schlägt die Stunde für alle morchelsüchtigen Pilzfreunde. Auch die Rehnaer ziehen die Morcheln alljährlich in ihren magischen Bann Und so begab sich gut gelaunt und von der Sonne verwöhnt eine kleine Schar von Mitgliedern des Rehnaer Pilzvereins Heinrich-Sternberg e.V. auf Morcheltour.
Die historischen Kulisse des Schlosses Wiligrad im Rücken, stand dann die bewaldete Uferterrasse entlang des Schweriner Sees im Mittelpunkt des Interesses der Morchelsüchtigen. Das sonnige Wetter machte die Wanderung entlang der Steilhänge am Schweriner See für alle Teilnehmer zu einem wunderbaren Maiausflug an frischer Luft. Entlang des bewaldeten Weges überraschte die Vielzahl interessanter Frühlingsblühern z.B. Einbeere, Alpensockenblume, Aronstab und Schuppenwurz, um nur einige zu nennen. Aber wo waren die Morcheln? Hatten Trockenheit und der z.T. kräftige Wind sie beim Wachsen gestört? Mit Argusaugen wurden die lehmig-sandigen Hänge „abgelupt“ und groß war die Freude bei allen, als dann der Vereinsvorsitzende die erste köstliche Speisemorchel (lat. Morchella esculenta) in der Hand hielt! Dann war das Morchelfieber entfacht und im Verlauf der Wanderung wurden noch viele weitere Morcheln erspäht. Sigrid Melahn schien besonders vom Glück verfolgt zu sein. An einer Stelle hatten sich gleich 8 prächtige Morcheln im Schutze eines alten Buchenstammes entdeckt. Das reichte schon für eine gute Mahlzeit. Auch die „Jungmorchelsammlerin und -sammler“ Ramona Schmidt (Lübeck) und Eckhardt Schlichting (Gadebusch) waren erfolgreich. Sie hatten ihre erste Morcheln „in freier Wildbahn“ gesehen, kannten sie bisher nur vom Lesen und Blättern in „Luxuskochrezepten“!
Speisemorcheln gehören jedenfalls nicht nur vom Preis her zu den exklusivsten Pilzen, sondern sind auch durch ihr grubig-barockes Outfit ein optischer Leckerbissen. Die hell graubräunlichen bis ockerbräunlichen Fruchtkörper sind bestens angepasst an die fast gleichfarbige Laubschicht.
Neben den Speisemorcheln fanden die Pilzfreunde auch Maipilze und sehr frische Schuppige Porlinge, diese Pilze sind gut geeignet für die Verarbeitung zu leckerer Buletten, sozusagen eine vegetarische Alternative. Nicht nur bei Familie Melahn (Roduchelstorf) und Richter dürfte die Anzahl der gefundenen Morcheln für eine gute Mahlzeit gereicht haben.
Nach gut zwei Stunden Pilzwanderung gab es dann bei herrlichstem Wetter noch Kaffee mit viel Schaum („Störtebeker Pils“) oder Kaffee und Kuchen. Das idyllischen Gartencafe am Schloß mit seinen gepflegten Außenanlagen sind sehr zu empfehlen. Neugierige Blicke der Besucher wanderten in die Pilzkörbe und der Satz „ Pilzesammeln im Mai“ sorgte ständig für ungläubige Blicke. Roland Lebendig und Ramona Schmidt zogen es im Anschluss noch an das Ostufer des Schweriner Sees. Hier konnten die Beiden noch eine schöne Mahlzeit Maipilze klar machen.
So war die Exkursion doch ein voller Erfolg. Jeder Teilnehmer hatte bei herrlichem Wetter die begehrten, heimischen Morcheln in einer einmaligen Landschaft zu Gesicht bekommen. Damit gilt die Pilz-Freiluftsaison 2018 als eröffnet.

  • Gleich drei Morcheln auf einmal. TR
  • Eckhardt Schlichting geniesst die Ruhe am See. TR
  • Der Aronstab (Arum maculatum). TR
  • Speisemorchel
  • Köstliche Morcheln im Korb. TR
  • 6 Pilzfreunde und ein Hund.
  • Morchelparade mit Sigrid Melahn
  • Blätter der Alpen-Sockenblume (Epimedium alpinum).
  • Infotafeln am Schweriner See geben Auskunft.
  • Idyllisches Gartencafe am Schloß. TR
  • Morcheln am Hang. TR
  • Eckhardt Schlichting fand diese braune Morchel.TR
  • Die giftige Einbeere beeindruckt mit ihrem Outfit. TR
  • Blick in den Blütenstand des Aronstabes. TR
  • Aronstab, Blick in das Hochblatt mit Kolben und Blütenstand. TR
  • Extravagante Blüte der giftigen Einbeere (Paris quadrifolia).TR
  • Auch Katrin Richter entdeckte schöne Speisemorcheln. TR

Torsten Richter, Voritzender Rehnaer Pilzverein „Heinrich-Sternberg“ e.V.

Mittwoch, 04 April 2018 07:52

Chronik 2017 ist fertig

geschrieben von

screenshot as.photoprintit.com 2018.04.04 10 01 31

Pünktlich zur Mitgliederversammlung des Rehnaer Pilzvereins haben Katrin und Torsten die Chronik des Pilzvereines für 2017 fertiggestellt. Das Original des Fotobuches können alle am kommenden Freitag vor ort betrachten. Für alle die es schon etwas früher am Bildschirm sehen möchtne, haben wir hier für kurze Zeit den Link zur Chronik!

Chronik 2017 

Dienstag, 10 Oktober 2017 15:04

Bilder Tage der Pilze 2017

geschrieben von

Die ersten Bilder von den Tagen der Pilze 2018 schon mal als erster Vorgeschmack. Danke an Christopher Engelhardt für die tollen Bilder...

  • Zitronengelber Erlenschüppling (Pholiota alnicola) 170930 Woitendorfer Wald (02) tn
  • Starkriechender Trompetenpfifferling (Craterellus lutescens) 170930 Woitendorfer Wald (03) tn
  • Gelbrandiger Saftling (Hygrocybe insipida) 170930 Woitendorfer Wald (04) tn
  • Gift-Häubling (Galerina marginata) 170930 Woitendorfer Wald (02) tn
  • Gelbrandiger Saftling (Hygrocybe insipida) 170930 Woitendorfer Wald (04)_tn
  • Gemeiner Orange-Becherling (Aleuria aurantia) 170930 Woitendorfer Wald (03) tn
  • Herber Zwergknäueling (Panellus stypticus) 170930 Woitendorfer Wald (02) tn
  • Lilastiel-Rötelritterling (Lepista personata) 170930 Kloster Rehna (03) tn
  • Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystina) 170930 Woitendorfer Wald (01)_tn
  • Zitronengelbes Reisigbecherchen (Bisporella citrina) 170930 Woitendorfer Wald (02) tn
  • Grünspan-Träuschling (Stropharia aeruginosa) 170930 Woitendorfer Wald (02) tn
  • Totentrompete (Craterellus cornucopioides) 170930 Woitendorfer Wald (05)_tn
  • Gelbschneidiger Helmling (Mycena citrinomarginata) 170930 Woitendorfer Wald (04) tn
  • Wandelbarer Hallimasch (Armillaria gallica) 170930 Woitendorfer Wald (01)_tn

Freitag, 22 September 2017 10:55

18.Tage der Pilze in Rehna

geschrieben von

18.Tage der Pilze in Rehna
mit den schönsten Ergebnissen des großen Schülerzeichenwettbewerbes Thema "Pilze im Herbst„

30. September bis 1. Oktober 2017 im Rehnaer Kreuzgang

Sonnabend 30. September2017
10.00 Uhr Pilzwanderung mit den Pilzberatern Alexander Glomb, Reinhold Krakow und Irena Dombrowa
(Treffpunkt: vor dem Langen Haus in Rehna; das Exkursionsgebiet wird dann bekannt gegeben)

10.00 Uhr bis 18.00 Uhr Pilzausstellung

Sonntag 1. Oktober 2017
10.00 Uhr bis 16.00 Uhr Pilzausstellung

Am Sonnabend und Sonntag stehen allen Pilzfreunden die Pilzberater Frau Dombrowa, Alexander Glomb und Reinhold Krakow zur Verfügung
und begutachten die gesammelten Pilze.

Eintritt:
2,- Euro für Erwachsene
(Kinder bis 16 Jahre frei)
Wanderung: 2,- Euro
Für Mitglieder des Pilzvereines „Heinrich Sternberg“ Rehna e. V. und Sponsoren frei.

Öffnungszeiten:
Sonnabend:
10.00 Uhr bis 18.00
Sonntag:
10.00 bis 16.00 Uhr
Wir danken allen Sponsoren für die Unterstützung bei den 18. Tagen der Pilze in Rehna.

Unsere Sponsoren 2017

Wir danken allen Freunden und Förderern des Vereines für die tatkräftige Unterstützung unserer Arbeit.
Zu besonderen Dank fühlen wir uns gegenüber unseren diesjährigen Sponsoren verpflichtet:

Bau- und Möbeltischlerei Eigenstetter, Rehna
SP: Arndt, Rehna

Autohaus Opel Carlsson, Nesow
Getränkepartner Maack & Maack Event Rehna
Zahnarztpraxis Carsten & Kirsten Paprotzki, Rehna
Kinderarztpraxis Dr. med. Manfred Otto, Gadebusch
Buchhandlung Schnürl & Müller GdR, Gadebusch
Dipl. med. Michael Herbst, Rehna
Christel Schotte, Krankengymnastin, Gadebusch
Hotel Stadt Hamburg Rehna, Inh. Cornelia Muuß
Optiker Wichert Gadebusch
Reinhard Krix Landhandel, Rehna
Bäckerei Schwabe, Schönberg

Wismar-Rehna/ Brüel. Am vergangenen Sonnabend trafen sich Pilzfreunde aus Wismar und Rehna zu ihrem traditionellen 13.Vereinstreffen am Roten See zu Brüel. Punkt 10.00 Uhr ging es los! Nach kurzer Begrüßung durch Reinhold Krakow und Torsten Richter ging es für die Pilzfreunde in zwei Gruppen auf Pilzpirsch. Mit Irena Dombrowa ging es in die Kobander Tannen und wer sich für Torsten Richter sowie Reinhold Krakow entschied fuhr in den Sültener Forst. Gegen 13.30 Uhr trafen dann alle wieder an der dortigen Blockhütte zur Fundauswertung und zum Mittagstisch ein. Alle Pilzfreunde waren recht zufrieden. Es gab reichlich Pilze für die Bratpfanne und auch für den Fotofreund. So kamen alle auf ihre Kosten.

Frau Roswitha Spöhr von der Schweriner Volkszeitung war zugegen und nahm mit Interesse unsere Berichte und Funderlebnisse auf, denn es hatte sich wirklich gelohnt. Maronen, Pfifferlinge, Steinpilze, Reifpilze und Krause Glucken gab es schon ganz ordentlich. Aber auch Milch- und Täublinge wanderten in die luftigen Pilzkörbe. Ein schönes Abschlussbild rundete den sonnigen Tag am herrlichen Roten See ab und macht Hoffnung auf mehr......

  • Der seltene Kornblumenröhrling. TR
  • Frau Spöhr von der SVZ beim Interview mit Irena und Cordula. TR
  • Pfifferlinge gab es in bester Qualität. TR
  • Pilzfreunde aus Rehna und Wismar kurz vor dem Start in die Wälder. TR
  • Gute Laune bei sonnigem Wetter und Pilze als Gesprächsthema. Was will man mehr. TR
  • Orangebecherling Aleuria aurantia TR
  • Eike und Katrin hatten viel essbares und auch interessantes in ihren Körben. TR
  • Doris und Cordula bei der Geruchsprobe. TR
  • Woolhopscher Borstling Trichophaea woolhopeia TR
  • Rasiges Knöterich-Stielbecherchen Hymenoscyphus dearnessii TR 1
  • Schönes Wetter, schöne Pilze, schöne Pilzfreunde - das Abschlussfoto. TR
  • Die Wahl der Qual haben Manfred, Doris und Harry. Was essen wir denn heute....TR
  • Katrin und Jonas hatten eine erfolgreiche Wanderung hinter sich und gut Lachen. TR
  • Scutellinia kerguelensis TR
  • Flaumiger Scheidling Volvariella hypopitys. TR
  • Eifrig wurden die Pilzfunde von Katrin Richter besprochen.

So klang schließlich ein schönes Vereinstreffen bei deftiger Mecklenburger Küche und einem Glas Pils oder Eisbecher in gemütlicher Runde aus. Bemerkenswert war das Massenauftreten von Öhrlingen, insbesondere des "Eselsohres". Die Eselsohren (Otidea onotica) waren im Sültener Forst sehr zahlreich vertreten und dadurch ein beliebtes Foto – Motiv. Sie können sogar gegessen werden, bringen aber nicht viel Masse. Mit Kleinpilzen wie dem Kerguelensischen Schildborstling (Scutellinia kerguelensis), dem Behaarter Holz-Rötling (Entoloma jahnii), dem Flockenstieligen Dachpilz (Pluteus podospileus) und dem Woolhopschen Borstling (Trichophaea woolhopeia) wurden spannende Arten entdeckt. Entoloma jahnii wurde erst einmal in MV gefunden. Schöne Funde waren auch der Kornblumenröhrling. In einem dichten, bis zu 4 Meter hohen Bestand aus Sachalin-Staudenknöterich entdeckte Torsten Richter dann den Fund des Tages. Das Knöterich-Stielbecherchen (lat.: Hymenoscyphus dearnessii). Die Art besiedelt die toten Stängel der meterhohen Pflanzen und es gibt nur sehr wenige Funde aus Deutschland. Aus Norddeutschland ist die Art bislang noch nicht bekannt gewesen. Ein Erstfund für unser schönes Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Also wie schon erwähnt, alle Pilzfreunde kamen zu ihrem Recht.

Torsten Richter

Mittwoch, 21 Juni 2017 06:32

Entdeckt ! Trüffel im Pfarrgarten von Pokrent.

geschrieben von

Rehna-Pokrent. Dass ein Pastor nicht nur stets ein fürsorgliches und wohlwollendes Auge auf seine Schäflein in der Gemeinde wirft bewies Pastor Blumenschein aus Pokrent vor kurzem auf ganz besondere Art und Weise. Auf seinem großzügigen Pfarrgrundstück wächst so allerlei. Vor wenigen Tagen geschah es nun bei der Gartenarbeit wohl rein zufällig. Es kam etwas an das Tageslicht, sozusagen direkt aus der Finsternis. Mehrere bis zu 3 Zentimeter kleine, ockerbraune, unregelmäßig knollige Gebilde hielt er in seinen Händen. Eine gewisse Ähnlichkeit mit den Hinterlassenschaften eines Hundes war nicht zu leugnen. Schnell waren die „Köttel“ eingetütet, und über den mykologisch vorgebildeten Pilzdiakon Matthias Krause gelangten diese irdischen Gewächse auf dem Tisch des Rehnaer Pilzvereinschef Torsten Richter.

 

Eine Probe aus den „Innereien“ des Pilzes wurde mikroskopisch untersucht und schon war die Art enttarnt. Die Weissgekammerte Schleimtrüffel (lat.: Melanogaster ambiguus) wuchs dort unterirdisch (hypogäisch). Nach KREISEL (2011) gilt die Art in Mecklenburg-Vorpommern als selten und steht in der „Roten Liste der gefährdeten Großpilze“. Nun wird manch einer gleich von lukullischen Genussorgien träumen, aber unsere Schleimtrüffel hat rein gar nichts mit der teuer gehandelten Perigord-Trüffel zu tun, leider. Weitere Fragen nach dem Speisewert der Schleimtrüffel erübrigen sich in dem Moment, wenn einem der Geruch in die Nase kriecht. Die Art verströmt einen ganz üblen, aufdringlichen Geruch nach einer Mischung aus Leuchtgas und verfaulten Zwiebeln. Einen schönen optischen Kontrast bietet uns das Innenleben. Im Querschnitt erkennt man eine Vielzahl von kleinen und großen weißen Kammern, in denen die dunkelbraunschwarze Sporenmasse schlummert. Über diese Sporen erfolgt die Verbreitung der meist im Verborgenen lebenden Pilzart. 
Für den interessanten Fund bedankt sich der Rehnaer Pilzverein bei Pastor Blumenschein und freut sich auf weitere außergewöhnliche Pilzfunde im Verlaufe des Jahres.

Freitag, 16 Juni 2017 06:09

Der Regen lässt die Pilze sprießen!

geschrieben von

Der regelmäßige Regen und die milde Wärme läßt die Pilze sprießen. In Rehna mehrfach in Parkanlagen unter Linden entdeckt: Es handelt sich um Netzstielige Hexenröhrlinge (lat.: Boletus luridus). Von den ansehnlichen Pilze würden schon 2 – 3 für eine Magen füllende Mahlzeit ausreichen. Der olivbraune bis braune Hut kann Durchmesser bis zu 25 cm betragen! Der oft bauchig angeschwollene Stiel trägt ein grobes Netz. Die Porenschicht unter dem Hut ist schön orange bis rot und bläut auf Druck schnell. Auch das Fleisch verfärbt sich sekundenschnell blau. Der Netzstielige Hexenröhrlinge ist essbar, sollten aber besser ohne Alkohol genossen werden. Es kann zu individuellen Unverträglichkeitsreaktionen kommen.

  • Im Schnitt läuft der Pilz sofort blau an.
  • Torsten Richter präsentiert Netzstielige Hexenröhrlinge aus dem Heinrich Sternberg Park in Rehna.
  • Prächtige Netzstielige Hexenröhrling - eßbar.

 

Dienstag, 02 Mai 2017 12:46

Erfolgreiche Morcheltour der Rehnaer Pilzfreunde

geschrieben von

Morcheln, Alpensockenblumen und allerlei anderes gab es zu entdecken am Ufer des Schweriner Sees!

Text folgt in kürze!

alle Bilder Torsten Richter!

Rehnaer Pilzverein blickt auf ein pilzarmes Jahr zurück und bedankt sich bei allen Sponsoren und Förderern für die Treue!

Über Rehnaer Maronen und tropische Stielporling aus Sri Lanka.....

Rehna. Kein Stuhl blieb am Freitagabend frei, als der Rehnaer Pilzverein zu seiner alljährlichen Mitgliederversammlung eingeladen hatte. Mit optimistischen Worten begrüßte der Vorsitzende Torsten Richter die Mitglieder aus Gadebusch, Lübeck, Grevesmühlen, Gadebusch, Schönberg, Wismar, Hamburg, Rehna und nicht zu vergessen Stresdorf!

Und um es gleich vorwegzunehmen, 2016 war für den Rehnaer Pilzverein und seine Mitglieder ein ziemlich schwieriges aber durchaus erfolgreiches Jahr, wie der Bericht von Vereinschef Torsten Richter belegte. Warum? Das vergangene Jahr wird wohl als das pilzärmste Jahr in der Geschichte des Rehnaer Vereins eingehen. Und so erinnerte Richter u.a. an die nervenaufreibende Terminverschiebung der 17. Rehnaer Pilztage.

Vielschichtige Aktivitäten von A wie Artenvielfalt, über T wie Tage der Pilze, bis Z wie Zusammenarbeit mit Stadt, Schule, Sponsoren und anderen Partnern. Vieles streifte Richter in seinem umfassenden, aber zugleich locker gehaltenen Bericht.

„Die Einbeziehung der Rehnaer Schüler während der Pilztage ist mittlerweile ein echter Selbstläufer“, so Richter. Das wäre sicherlich ganz im Sinne von Heinrich Sternberg.
Dank der lokalen Sponsoren ist der traditionelle Schulzeichenwettbewerb ein wirklicher Höhepunkt und die Ergebnisse können dementsprechend präsentiert werden. Freuen dürfen sich die Pilzfreunde im Herbst 2017 auf eine neue großflächige Schautafel mit Bildern und Informationen aus den Jahren 2014- 2016. Im Rahmen der Anfertigung von Hausarbeiten an der Regionalschule wird sich die künstlerisch begabte Anna-Lena Ziemann (8.Klasse) mit dem Thema Pilze befassen und auch das Engagement der Schüler optisch präsentieren.
Man darf gespannt sein, denn diese Schülerarbeit wird schon aufgrund ihrer Größe von 2,20 x 1,40 m nicht in irgendeinem Schubfach verschwinden können!

Ein besonderer Dank ging an die langjährigen Förderer und Sponsoren. Die Bau- und Möbeltischlerei Eigenstetter, das Autohaus Opel Carlsson, SP: Arndt Rehna, die Zahnarztpraxis Paprotzki, Optik Wichert, Christel Schotte, Getränkepartner Maack und Maack Event Rehna, Reinhard Krix Landhandel Rehna, Hotel Stadt Hamburg (Inh.R. und C.Muuß), Kinder- und Jugendarztpraxis Dr.Manfred Otto (Gadebusch) sowie Rechtsanwalt a.D. Helmut Drechsler seien hier nur stellvertretend für alle anderen genannt. Aber auch Vereinsmitglieder traten als aktive Sponsoren auf, wie Dipl. med. M .Herbst und die Buchhandlung Schnürl & Müller GbR.

Für die Vereinsförderung durch die Stadt Rehna, die kostenlose Nutzung des Kreuzganges und des Deutschen Hauses danken die Pilzfreunde besonders ihrem Bürgermeister Hans-Jochen Oldenburg.

Zur schönen Tradition geworden ist die Vergabe des Titels „Schönster bzw. interessantester Pilzfund des Jahres“. Da gab es für 2016 einige Kandidaten. Geworden ist es letztendlich der im Dezember neu aufgenommene Christian Ehmke aus Wismar. Sein seltener Becherling hört auf den Namen Peziza labessiana und sein Fund ist derzeit in ganz Deutschland das einzige noch existierende Vorkommen dieser in Europa äußerst seltenen Pilzart.

Im Anschluss gab Katrin Richter dann einen sachlich abgefassten Finanzbericht.
Dank des effizienten Umgangs mit Finanzen kann der Verein auf einen mehr als ausgeglichenen Haushalt im Sinne der Gemeinnützigkeit verweisen.

Eine besondere Anerkennung bzw. Ehrung gab es dann für die Mitglieder Petra Nickel (Rehna), Karl Friedrich Brüning (Herrnburg) und Eckhardt Schlichting (Gadebusch) für ihr außerordentliches Engagement im Zusammenhang mit der Durchführung der Rehnaer Pilztage. Die Mitglieder spendeten nicht nur an dieser Stelle reichlich Beifall! Applaus gab es auch für den Vorstand, der seine Arbeit zuverlässig und transparent gestaltete.

Das Konzept und die Vorhaben der Rehnaer Pilzfreunde scheinen zu überzeugen. Der Verein wächst kontinuierlich und hat sich mittlerweile zu einem zentralen Anlaufpunkt für Pilzinteressierte in Westmecklenburg gemausert. Akzeptiert und gut genutzt wird die vereinseigene Homepage als Kontaktmedium und zur Präsentation der Aktivitäten, sowie von Sponsoren.

Den Übergang zum gemütlichen Teil bildete die „ Eroberung“ des bunten Buffet aus köstlichen Leckereien mit und ohne Pilzen. Heidrun Brüning, Katrin Richter, Carola Bohlmann, Christel Völzer, Kerstin & Paula Schnürl, Pirkko & Sven Walter, Sigrid Melahn, Eike Russnak
Auch diesmal hatten sich die fleißigen Pilzfrauen und -männer wieder voll ins Zeug gelegt und begeisterten die Pilzfreunde mit eigenen Kreationen.

Den Abschluss bildete dann der Überraschungsvortrag von Christoph Engelhardt aus Lübeck. Engelhardt führt schon seit Jahren weltweit Birdingtours durch und gab exklusiv für seine Pilzfreunde einen wunderbaren Einblick in Land, Leute und Natur von Sri Lanka. Beeindruckende Bilder von Sägeagamen, Tropischen Stielporlingen, Vogelspinnen im Schlafzimmer, bunten Schmetterlingen, Nasenpeitschennattern und kuriosen Vogelarten begeisterten die Pilzfreunde. Für den lebendigen Vortrag gab es reichlich Beifall! Es geht halt auch mal fast ohne Pilze!

Bei anregenden Getränken gut gemixt mit allerlei Pilzlatein ging das Vereinstreffen in gemütlicher Runde zu Ende. Mit Spannung und Freude erwarten die Rehnaer das Pilzjahr 2017. Der erste Termin steht schon bald ins Haus – die traditionelle Morchelwanderung am Schweriner See ist Ende April angesagt!

Torsten Richter, Vorsitzender Rehnaer Pilzverein

Mittwoch, 05 April 2017 09:37

Der Prachtbecher ruft!

geschrieben von

Spontanexkursion zu einem der seltensten und schönsten Pilze im Norden

Caloscypha fulgens – der Leuchtende Prachtbecher! Schon der Klang dieses Namens kann einem Mykologen ein Leuchten in die Augen zaubern. Zumindest hier in Norddeutschland. Zwar hatte ich diesen herrlichen Pilz schon einmal gesehen, in einem Bachtal im Schwarzwald. Da konnte ich einmal eine ganze Gruppe dieser Becher bewundern, die außen zunächst grau und innen immer leuchtend gelb gefärbt sind, wahre Edelsteine der Natur. Aber als jetzt die Kunde kam, Pilzfreund Andreas Okrent aus Graal-Müritz habe bei sich in der Nähe, im Ribnitzer Großen Moor, gleich ein ganzes Massenvorkommen dieses Becherlings gefunden, gab es kein Halten mehr. Denn hier in Norddeutschland ist der Leuchtende Prachtbecher eine echte Rarität, dessen letzte Funde in der Region aus Wismar aus dem Jahr 1999 belegt sind. Und so beschlossen am Rande unserer Vereinsversammlung am 31.März Christian, Pirkko, Sven, Torsten und ich, gleich am Sonntag nach Graal-Müritz aufzubrechen, um uns dieses Phänomen anzuschauen und Fotos zu machen.

Wir fuhren zeitig von Rehna los, denn zunächst wollten Torsten und ich noch einen kurzen Abstecher machen zu einer Wiese am Ribnitzer Großen Moor südlich Neuhaus, wo ich letztes Jahr Ende April mal den Blaugrünen Nabeling (Omphalina chlorocyanea) hatte – und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis Torsten und ich jeweils eine kleine Gruppe dieses schmucken Nabelings entdeckt hatten. Während des Fototermins zeigten sich dann noch an Birkensamen ein paar klitzekleine Birkenkätzchen-Becherling  Ciboria betulae, die - wohl wegen ihrer Winzigkeit - nicht oft gefunden werden. Für Kleinpilzfreunde wie uns natürlich ein Fest!

Am Caloscypha-Treffpunkt in Graal-Müritz kam noch Pilzberater Reinhold Krakow aus Wismar dazu. Unter Führung von Andreas Okrent leuchteten nach kurzem Fußmarsch unserer begeisterten Mykologengruppe bald die ersten prächtigen Becher aus einem leicht feuchten Schwarzerlen-Moorbirkenbruch entgegen. Über mehrere hunderte Meter fanden sich immer wieder kleine Gruppen des Becherlings, und bald sah man uns hier und dort mit unseren Kameras teils kniend, teils liegend, vor den Objekten unserer Begierde.

Schon für diesen enigmatischen Pilz, der manchmal über viele Jahre verschwunden ist und dann plötzlich in großer Zahl auftauchen kann, hätte sich die weite Fahrt nach Graal-Müritz gelohnt. Aber es gab noch mehr zu sehen. Andreas Okrent konnte uns noch einige Exemplare der Riesen-Lorchel (Gyromitra gigas) zeigen, am Wegesrand wuchsen die ersten, noch jungen Fingerhut-Verpeln (Verpa conica), und wir fanden zwei der seltenen, leider schon etwas angetrockneten Großen Nest-Erdsterne (Geastrum fornicatum). In den angrenzenden Dünen wuchsen massenhaft Winter-Stielboviste (Tulostoma brumale), an Gräsern hafteten zahlreich kleine Gras-Stromabecherlinge (Rutstroemia calopus), dazwischen krabbelten einzelne eigentümliche schwarze Käfer herum, die später als Dünen-Schwarzkäfer (Phylan gibbus) bestimmt werden konnten. Zusammen mit herrlichem Sonnenschein und einem zünftigen Eisbecher zum Ausklang freuten wir uns über einen rundum sehr gelungenen Tag, der uns fast wie eine kleiner Vereinsausflug vorkam. Als Wermutstropfen allerdings begleitete uns die ganze Zeit, daß unser Christian Ehmke auf dem Weg zum Treffpunkt unterwegs mit Totalschaden seines Autos an der Autobahn liegengeblieben war. Wir haben ihn zumindest in unseren Gedanken mitgenommen.

Zum Anschauen und Mit-Freuen hier noch ein paar Bilder dieser denkwürdigen Exkursion.

  • Winter-Stielbovist (Tulostoma brumale) 170402 Ribnitzer Dünen CE
  • Rutstroemia calopus auf Hieracium umbellatum TR
  • 170402 Müritzer Dünen zwei Mykologen RK,mail
  • Leuchtender Prachtbecher (Caloscypha fulgens) 170402 Ribnitzer Großes Moor CE (01)
  • Omphalina chlorocyanea TR
  • Leuchtender Prachtbecher (Caloscypha fulgens) 170402 Ribnitzer Großes Moor CE (02)
  • Das Caloscypha - Dream Team an der Küste von Graal Müritz TR
  • Riesenlorchel (Gyromitra gigas) 170402 Ribnitzer Großes Moor CE

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16. Tage der Pilze

  • Bunte Pilzwelt aus Schülerhand

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