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Dienstag, 05 Oktober 2010 00:00

Ein Wochenende abtauchen in die Welt der Pilze

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Bunte Pilzwelt verzauberte Besucher

341 verschiedene Pilzarten vorgestellt, Ausstellungsrekord !

Rehna. Alles passte, auch das Wetter und so meinten viele Gäste etwas schmunzelnd: Petrus ist Pilzfreund!

Steinpilz, Marone, Pfifferling und Co. kennt wohl jeder. Was die Pilzwelt sonst noch an Schätzen bereithält konnten Besucher im Rehnaer Kreuzgang bei den 11.Tagen der Pilze entdecken. Mit 341 ausgestellten Arten wurde eine neue Bestmarke aufgestellt. Kein Wunder in diesem Ausnahmejahr in Sachen Pilze. Überall brechen sie heraus, die Pilze. Fast 400 Besucher waren sehr angetan, beeindruckt, oftmals begeistert von der Formen- und Farbenvielfalt im Reich der Pilze.

Mit Freude konnte Torsten Richter auch Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg, nebst Gattin begrüßen und sich im Namen der Pilzfreunde für die einmaligen Räumlichkeiten bedanken. Man war sich einig, die Rehnaer Pilztage stellen eine Bereicherung dar und das Ambiente in den Kreuzgängen macht die Rehnaer Pilztage so zu einer der schönsten Frischpilzausstellung Norddeutschlands, so die ehemalige Landespilzsachverständige Frau Brigitte Schurig, welche extra aus Schwerin angereist war.


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Schüler, Förderer und Mitglieder des Rehnaer Pilzvereins hatten in knapp drei Tagen zusammengetragen was die Natur derzeit zu bieten hat. Und es hatte sich gelohnt. Neben den herkömmlichen Arten gab es eine Vielzahl von Raritäten und kaum bekannten Pilzarten die präsentiert werden konnten.

Einer der schönsten Funden in der Ausstellung war die Amethystfarbige Keule--Clavaria zollingeri, eine große Seltenheit in Deutschland. Von der uns keine weiteren Funde aus Mecklenburg-Vorpommern bekannt sind. Volker Jödicke fand diese Rarität. Fast unentdeckt geblieben wäre ein toller Fund von Carola Bohlmann. Bis zum Ende der Pilztage schlummerte in ihrem Korb der Buchen-Adernzähling (Plicatura crispa). Bei dieser Art handelt es sich um einen sogenannten Neomyceten d.h. ein Pilz den es bis vor kurzem nicht in unserem Land gab, der aber nun auf seinem Siegeszug durch Europa auch Mecklenburg-Vorpommern erobert hat. Für Westmecklenburg eine neue Pilzart!

Weitere Raritäten mit ausgefallenen Namen waren Semmel-Porling (Scutiger confluens) Kreiselförmiger Schütterzahn (Sistotrema confluens), Stinkender Samtschneckling (Camarophyllopsis foetens), Grauer Pfifferling (Cantharellus cinereus), Hahnenkamm-Koralle (Ramaria botrytis) und Dunkelvioletter Dickfuss (Cortinarius violaceus). Letzterer vereint in sich Schönheit und Seltenheit. Alles sind sogenannte Rote Liste Arten!

Weiterhin lagen noch zwei Stachelpilze ohne Namen aus. Diese Funde werden getrocknet und an Dr. Peter Otto, einen Spezialisten an der Universität Leipzig verschickt.

Zum absoluten Hingucker zwischen all den Raritäten entwickelte sich aber der „Fliegenpilzwald". Roland Lebendig aus Schönberg hatte einige Hundert Exemplare des bekannten Pilzes gesammelt und gemeinsam arrangierten Christoph Höpel, Petra Nickel und Angela Lau daraus ein Meer aus roten Pilzkappen mit weißen Tupfen. Das begeisterte viele Besucherherzen und wurde zu dem Fotomotiv der Pilztage!

Eine Pilzexkursion am Sonnabend komplettierte das Programm. Auf der gut besuchten Wanderung gab es „Herbsttrompeten für alle". Dieser ausgezeichnete Trocken- und Würzpilz wächst in diesem Jahr in großen Mengen und auch sein düsteres Outfit schreckt die Pilzkenner schon lange nicht mehr ab. Die Frage: „Kann man so etwas essen?" Wurde schnell mit einem Nicken beantwortet. Reichlich Gesprächsbedarf gab es während der Pilzberatungen, die gut genutzt wurden. Viele Fragen gab es zu dem jüngsten, folgenschweren Vergiftungsfall mit dem Gift-Schirmling (Macrolepiota venenata) in Brandenburg.

Neben der Frischpilzausstellung wurden auch wieder Bilder vergangener Jahre, Schau- und Infotafeln sowie ein breit gefächertes Spektrum an Pilzliteratur und gedrechselten Pilzen angeboten. Mit duftenden Pilzen in Suppe und Pfanne verwöhnten die Pilzfrauen Katrin Richter, Petra Nickel und Irena Dombrowa die Gaumen der Gäste und bereicherten das Angebot rund ums Thema Pilze.

Neben vielen Stammgästen bestaunten auch wieder viele „Pilzfrischlinge" die Ausstellung und sehr oft ging ein Raunen durch den Kreuzgang und man hörte nicht selten: „Dass es so viele Pilze bei uns gibt." Aber auch ausgesprochene Pilzspezialisten besuchten die Rehnaer Ausstellung, z.B. der Hamburger Mykologe Marcel Vega.

Neben den echten Pilzen präsentierte die Regionale Schule traditionell auch gemalte Hutträger. Die besten Arbeiten des Schülerzeichenwettbewerbs fanden hier auf Staffeleien einen würdigen Platz. Über die Gewinner wird die SVZ gesondert berichten.

Aktuelles zum Thema Pilze und mehr Bilder von den 11.Tagen der Pilze finden sie auf den Seiten des Rehnaer Pilzvereins unter www.pilzverein-rehna.de. Allen fleißigen Helfern und Förderern, egal ob groß oder klein gilt uneingeschränkter Dank für die Unterstützung bei den Pilztagen im schönen Rehna! Gedankt sei den Pilzberatern Prof. Dr. Jürgen Schwik, Irena Dombrowa, Reinhold Krakow und Alexander Glomb. Ein besonderes Dankeschön gilt auch den regionalen Sponsoren, die dem Rehnaer Pilzverein schon über viele Jahre die Treue halten und so die Tage der Pilze noch schon zum 11. Mal ermöglichen.

Torsten Richter

Artikel in der Schweriner Volkszeitung vom 7.10.2010

weitere Bilder:

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besondere Funde:

Ramariopsis pulchella (Boud.) Corn. - Lilafarbene Wiesenkoralle

Gelesen 1641 mal Letzte Änderung am Freitag, 09 Januar 2015 13:38

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