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Montag, 26 November 2012 09:32

Rehnaer Pilzverein beendet Pilzsaison, Winterpilze kommen!

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Ein erfolgreiches, aber pilzarmes Jahr geht zur Neige



Rehna.Dechow. Grau war der Sonnabendvormitag und eine mystische Stille lag über dem Lankower See bei Dechow. Kein Blatt bewegte sich mehr an der skelettierten Bäumen und ein unheimliche Ruhe machte sich breit. Der Nebel war so dicht das man das gegenüberliegende Ufer des schmalen Sees nur erahnen konnte. Ein Novembertag wie aus dem Bilderbuche! Das störte die 17 Pilzfreunde aber überhaupt nicht und so stiefelten man gemeinsam durch laubbedeckten Wälder rings um den Lankower See. Der Maronen und Steinpilzsamler wäre enttäuscht und hätte den Wald verlassen, die Rehnaer Pilzfeunde wussten aber warum sie in den Wald gingen Die ersten Winterpilze galt es aufzuspüren. Zuvor präsentierte aber Ben Liebschwager (Roduchelstorf) eine optische Leckerei. Einige hundert Fruchtkörper vom Glimmer-Tintling (Coprinus micaceus) umzingelten in dichten Horden einen Eschenstamm. Die wie mit feinstem Puderzucker bestreuten Hüte sorgten schon für vorweihnachtliche Stimmung. Auch duftende Leckerei galt es zu genießen, mehrfach gaben Anistrichterlinge ihre Duftmarke ab.

Dann endlich geschah es. Jana Peth aus Gadebusch hatte sie entdeckt! Winterpilze vom Feinsten an einer umgestürzten Buche in Hanglage. Jana war großzügig und lud alle anwesenden Vereinsmitglieder zur gemeinsamen „Ernte" der Austernseitlinge ein. Die Begeisterung war groß, auch bei Cordula Waldschmidt aus Dragun die dem Pilzverein im nächsten Jahr beitreten will. Jeder konnte sich eine frische Mahlzeit diese Speisepilze des Winters in seinen Korb füllen. Viele Pilzkenner wissen mittlerweile das auch der Winter einige wahre Leckerwissen in unseren Wäldern bereithält, der schiefergraue Austernseitling gehört dazu!

Ein Speisepilz der auch auf Großmärkten einen Stammplatz hat. Sein Aussehen erinnert an eine Muschelhälfte der Auster. Die Fruchtkörper sitzen oft dachziegelartig übereinander und bilden mitunter dichte Büschel. Meist sind die grauen Pilze seitlich gestielt und können einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimeter erreichen. Typisch sind die cremeweißen Lamellen die weit am elastischen Stiel herablaufen. Bevorzugt werden von dem parasitisch lebenden, frostunempfindlichen Pilz Buchen, Weiden und Pappeln. Besonderes zu bieten hatte aber auch Pilzfreund Klaus-Dieter Gast. Er fand noch „nagelneue" Pfifferlinge und bei Gastsammler Mathias Fischer entdeckte man im Korb neben Rotfüßröhrlingen auch noch einen prächtigen Steinpilz. Den interessantes Fund des Tages machte Katrin Richter. So ganz nebenbei entdeckte sie auf einem bemoosten Fichtenstubben einen kleinen Trupp von Tintlingen. Mikroskopische Untersuchungen ergaben, Holz-Tintling (Coprinus laanii). Diese Art wurde erst einmal in Mecklenburg-Vorpommern gefunden!

Einen besinnlichen, fast schon weihnachtlichen Abschluss bescherte Angela Lau (Kasendorf) ihren pilzbegeisterten Mitstreitern. Sie hatte wärmenden Glühwein und allerlei Gebäck parat. Ein angenehm wohliges Gefühl machte sich breit und man wünschte sich schon eine geruhsame vorweihnatliche Zeit.
Wer also während der nächsten Tagen und Wochen, zwischen Weihnachtsgans und Marzipanbrot etwas Bewegung braucht und Lust auf Pilze hat, sollte sich auf den Weg an die frische Luft machen. Abschließend wünschen wir allen Pilzfreunden eine frohe Weihnachtszeit und sagen allen Sponsoren und Freunden des Rehnaer Pilzvereins „Dankeschön" für die vielseitige und unkomplizierte Unterstützung.

Torsten Richter, Vorsitzender Rehnaer Pilzverein „Heinrich Sternberg" e.V.
Gelesen 5934 mal Letzte Änderung am Freitag, 07 Dezember 2012 11:40