Reinhold Krakow am Sonnabend als Berater dabei

Wismar Am Sonnabend lädt die Volkshochschule Gadebusch wieder alle Pilzfreunde zu einer Wanderung im Woitendorfer Wald ein. Als fachkundiger Führer ist der Wismarer Reinhold Krakow dabei, seit kurzem Deutschlands einziger Pilzberater auf privater Basis.

"Die Ästhetik, die Formenvielfalt und die unzähligen Farbschattierungen haben mich schon von Klein auf fasziniert. Viele Arten sind noch unentdeckt, schmecken hervorragend, sind giftig oder Medikament", zählt Reinhold Krakow einige Aspekte der Pilzkunde oder Mykologie auf. Ein Fachgebiet, in dem er sich hervorragend auskennt, auch Dank der ehemaligen Wismarer Pilzberaterin Annalotte Heinrich, die ihn schon als Junge unter ihre Fittiche und mit in den Wald nahm. Eine Vorbildfigur, die die Pilzberatung in der Hansestadt prägte und Reinhold Krakow gleich mit. "Mein Lehrstück als Konditorlehrling war eine Pilztorte, das heißt eine Buttercremetorte mit einem Fliegenpilz als Motiv", schmunzelt Krakow in Erinnerung daran.

13 Jahre arbeitete er als Konditor, Ofenführer und Schichtleiter im Backwarenbetrieb Wismar im Dreischichtsystem. Die anschließende Pilzberatung in der Lübschen Straße war dann eine ständige vierte Sonderschicht.

Nach der Wende wurde der Backwarenbetrieb geschlossen. "Ich wurde arbeitslos und habe mich voll in die Pilzberatung reingekniet", erzählt er. AB-Maßnahmen wechselten mit arbeitslosen Phasen ab, bis sich die Stadt Wismar im Herbst 1999 den ersten teilzeitangestellten Pilzberater leistete. Denn die Pilzberatung in der Hansestadt hatte sich zu einem Markenzeichen entwickelt, das über die Grenzen hinaus viel Anerkennung fand.

"Doch das unbewohnte Haus in der Lübschen Straße, in der die Pilzberatung untergebracht war, brach mir quasi überm Kopf zusammen. Durch die marode Elektroleitung kam es zu einem Brand, Vandalen zerstörten Türen, stahlen den selbst gekauften Computer - Bedingungen, unter denen ich nicht weiter arbeiten wollte", erklärt der Pilzprofi seine Motivation, als ICH-AG den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Seit vier Wochen lädt "Der Steinpilz" in der ABC-Straße, gleich neben der Nikolaikirche zur Beratung ein. Eine ständige Frischpilzausstellung mit über einhundert Arten der Saison geben für einen Euro Eintritt einen eindrucksvollen Überblick. Auch die Beratung kostet von nun an Geld - zwei bis fünf Euro je nach Aufwand.

Doch bei der Wanderung am Sonnabend bleibt alles wie bisher, außer der Anmeldegebühr zahlen die Teilnehmer, die sich um 9 Uhr an der Kreuzung Dechow-Demern-Carlow treffen, nichts.

von Iris Weiß
aus SVZ vom 9.10.03
Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
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