Gruppenbild43 verschiedene Pilzarten landeten in den Körben

Rehna. Wismar. Brüel.  Ein klarer Waldsee zum Baden und Angeln, Wälder zum Pilzesammeln und leckeres Schwein am Spiess, das lockt alle Jahre wieder Rehnaer und Wismarer Pilzfreunde an den Roten See nach Brüel. Und am vergangenen Sonntag war es wieder endlich soweit!  Wettergott Petrus liebt die Rehnaer und schickte Sonne! Und so machten sich die frohgelaunten Pilzfreunde auf den Weg in Richtung Brüel.

Angenehme Temperaturen empfing die Rehnaer am idyllisch gelegenen Roten See. Dort begrüßten die beiden Vereinschefs Reinhold Krakow (Wismar) und Torsten Richter (Rehna) die mitgereisten Vereinsmitglieder und einige pilzsüchtige Touristen aus Bonn und Dortmund herzlich. Voller Hoffnung machte sich die  Sammlerschar auf den Weg! In drei Gruppen  ging es in die Wälder rund um den Roten-, Deichel-, Hohl- und Sydowsee. Die Gegend, ein landschaftlicher Leckerbissen! Bei nach unten gerichtetem Blick durchforsteten die Pilzenthusiasten Wälder, Wiesen und Gebüsche. Aber vergleichsweise wenig Pilze wanderten in die Körbe. Dennoch gab es essbare Flockenstielige Hexenröhrlinge, Pifferlinge, Schwefelporlinge und Speisetäublinge. Kerstin Hey aus Roduchelstorf freute sich über einen taufrischen Riesenporling der ein vorzügliches Pilzgericht abgab. Ein Pilzmenü der Extraklasse, weil kaum bekannt. Dietlinde Lippmann aus Schwerin fand Flockenstielige Hexenröhrlinge, ausgezeichnete Speisepilze.  
Nach gut drei Stunden anstrengender Suche versammelte sich die „pilzsüchtige Meute“ dann wieder am Roten See. Die eher bescheidene Ausbeute wurde eifrig diskutiert und einige der erbeuteten Trophäen fast schon zelebriert. Viele Gäste der Gaststätte nutzten mit großem Interesse eine kleine lehrreiche Freiluftausstellung, welche aus den gefundenen „Früchten des Waldes“ zusammengestellt wurde, löcherten die Pilzkenner mit vielen praktischen Fragen. Die Artenvielfalt ist in diesem Jahr bislang jedoch eher gering, wenn auch der Laie oft schon bei 50 verschiedenen Arten ins Grübeln kommt.

Den Fund des Tages präsentierte die Gruppe von Torsten Richter. An der kalkhaltigen Seeterrasse des glasklaren Deichelsees wollte man eigentlich den seltenen Satansröhrling aufspüren, vergeblich. Es wurde noch viel seltener, aber dafür viel kleiner!
Auf einer Brandstelle tummelten sich verschiedene Becherlinge mit einem Durchmesser von 2- 5 Millimeter! Darunter auch der Rasige Borstling (Trichophaea adundans). Mit diesem Feuerstellenpilz  konnte eine Art nachgewiesen werden die entsprechend der Literatur 1973 zum letzten Mal in Mecklenburg-Vorpommern beobachtet wurde. Kurioserweise fand damals der Niederländer  Prof.Dr.J.J.Barkman aus Utrecht die Art erstmalig bei Waren. Der aktuelle Fund vom Deichelsee konnte nur mit Hilfe mikroskopischer Untersuchungsmethoden bestimmt werden.

Kulinarisch gut versorgt wurden die Pilzfreunde von der Gaststätte „Blockhütte“ und bei einem Mix aus kühler, blonder „Pilssuppe“ und Fachsimpelei ging der gemeinsame Tag mit Sonnenschein zu Ende. Ein Bad im klaren Wasser des Roten Sees machte den Tag komplett.  Mit einem letzten, wehmütiger Blick auf den Roten See verabschiedeten sich die Pilzfreunde. Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: "Auf zum Roten See“.


Fotos & Text: Torsten Richter

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